Partizipation

Was ist Partizipation? Partizipation ist Basis und Fundament jeder Demokratie.

Eine funktionierende Demokratie braucht Beteiligung und Mitbestimmung sowie engagierte Menschen und Rahmenbedingungen, die dieses Engagement ermöglichen. Damit das friedliche Zusammenleben in der gegenwärtigen und auch in einer zukünftigen Gesellschaft gewährleistet ist, geht es um eine gerechte Verteilung von Arbeit, Einkommen und Lebenschancen. All das kann nur durch eine umfassende, aktive Beteiligung und Mitbestimmung der BürgerInnen erreicht werden.

Die Vision engagierter, selbstbestimmter und verantwortungsvoller BürgerInnen wird nur dann Realität werden, wenn das Bewusstsein für Mitbestimmung und nachhaltige Generationengerechtigkeit geschaffen wird. Demokratie fängt klein an. Wenn wir von unseren Kindern fordern aktive, engagierte und politisch denkende Menschen zu werden, dann müssen wir auch die Basis dafür schaffen - durch demokratische Beteiligung von klein auf.

 

Formen der Partizipation

Projektbezogene Partizipation

betrifft überschaubare Problemstellungen und konkrete Planungsvorhaben. Sie ist zeitlich begrenzt und zeigt meist sichtbare Ergebnisse. Die Integration in den Alltag oder in weitere Entscheidungsprozesse ist oft schwierig. 
Beispiele dafür sind Projektunterricht, Schulprojekte, Schulfeste, Tage der Offenen Tür, die Planung von Schulfreiräumen oder Forschungsaufträge an Kinder und Jugendliche.

Das Landesjugendreferat Burgenland veranstaltet dazu folgende Projekte:

  • Karaokewettbewerb: Der Karaokewettbewerb für den schulischen Bereich fördert die Kreativität Jugendlicher und bietet den Gesangstalenten im Burgenland eine Plattform für öffentliche Auftritte. Das große Finale findet im Mai/ Juni statt.
  • Redewettbewerb: Der klassische Jugend-Redewettbewerb bietet den Jugendlichen eine geeignete Plattform, sich mit anderen zu messen, vor Publikum zu sprechen, Zukunftsfragen und Anliegen anzusprechen und zu diskutieren. Außerdem haben sie die Möglichkeit ihre Meinung öffentlich kund zu tun. Die Besten des jeweiligen Bundeslandes fahren zum Bundesbewerb.
  • Redewettbewerb für Ostsprachen (Ungarisch, Kroatisch, Russisch): Der Ostsprachenredewettbewerb soll einen Beitrag zur Förderung der Sprachen der Volksgruppen, zum Abbau von Sprachbarrieren und zur Förderung der Mehrsprachigkeit leisten und damit den Einstieg in das Berufsleben erleichtern. Zielgruppe sind alle Schulen, an denen Ungarisch, Kroatisch und Russisch unterrichtet wird. Es soll eine Motivation sein, Sprachen zu lernen, besonders Sprachen unserer Nachbarn.

 

Offene Partizipation

ist dadurch gekennzeichnet, dass die Meinungsäußerung der Kinder und Jugendlichen im Zentrum steht. Dazu zählen etwa Gespräche, Umfragen, Diskussionen, Studien und Vereinbarungen. Es gibt keine Verpflichtung zur Regelmäßigkeit. 
Beispiele dafür sind themenbezogene Kinder- und Jugendforen sowie Schul- und Klassenforen (beispielsweise betreffend Leitbilder, Hausordnung, Schulbuffet, Notengebung etc.), aber auch Kinder- und Jugendbefragungen und -studien sowie Jugendwebsites und Internetabstimmungen gehören dazu.

Das Landesjugendreferat Burgenland veranstaltet zu jeder Wahl eine Informations- und Motivationskampagne.

Das Ziel ist,  so möglichst viele Jugendliche über die Wahl (Ablauf, Wahlberechtigung, Motivation), aber auch über die Gemeindepolitik und demokratische Beteiligungsmöglichkeiten auf Gemeindeebene zu informieren.

 

Parlamentarische Partizipation

ist durch Kontinuität und formale Strukturen gekennzeichnet und hat in der Regel eine rechtliche Grundlage. 
Beispiele aus dem Schulbereich sind Klassen- und SchulsprecherInnen oder SchülerInnenparlamente. Zu dieser Form der Beteiligung zählen weiters Kinder- und Jugendgemeinderäte, Jugendlandtage, die Einrichtung von Kinder- und Jugendbeauftragten als niederschwellige Ansprechstellen oder die Wahlaltersenkung.

Zur parlamentarischen Partizipation im Burgenland zählen das Landesjugendforum, der Landesjugendbeirat und die GemeindejugendreferentInnen.

 

e-participation

e-Participation stellt eine Querschnittsmaterie aller Partizipationsformen dar und entwickelte sich durch die immer wichtiger werdenden Möglichkeiten über das Internet und Web 2.0 mitzubestimmen. Zukünftig soll die Mitentscheidung und Beteiligung an partizipativen Projekten vermehrt über neue Medien abgewickelt werden. Erste Projekte und Möglichkeiten wurden im ParCamp der ARGE Partizipation vorgestellt und diskutiert. Das ParCamp findet jährlich statt und soll als Idee für neue Projekte zum Thema "e-participation" dienen.

Infos zum ParCamp findest du unter www.partizipationscamp.at.
Eines der ersten e-Participation-Projekte im Landesjugendreferat Burgenland war der Jugendförderpreis "Integration".

 

ARGE Partizipation

Die Arbeitsgruppe Partizipation wurde im Jahre 1991 im Auftrag der Landesjugendreferenten-Konferenz eingesetzt. Vertreten sind alle Landesjugendreferate, das Amt für Jugendarbeit in Bozen und die Abteilung „Nationale Jugendarbeit“ des Bundesministeriums für Familien und Jugend.

Eine der wichtigsten Aufgaben dieses Gremiums ist die Weiterentwicklung des Themas Mitbestimmung und Beteiligung von jungen Menschen in Österreich, vor allem auf kommunaler Ebene.

Dabei werden bewusstseinsbildende Maßnahmen gesetzt, Fort- und Weiterbildungen für Multiplikatoren in die Wege geleitet, neue Formen und Erfahrungswerte in die allgemeine Diskussion eingebracht und Informationsmaterial bereitgestellt.